Thomas Webel - Minister für Landesentwicklung und Verkehr in Sachsen-Anhalt

„Es wird so viel in unsere Infrastruktur investiert wie noch nie.“

Für ein Flächenland wie Sachsen-Anhalt ist eine gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur besonders wichtig. Entsprechend viel Geld wird in die Modernisierung des Straßennetzes investiert. Doch die damit verbundenen Kosten, die Baustellen und ihre Auswirkungen auf den alltäglichen Verkehr sorgen bei vielen Autofahrern auch für Misstöne.

Thomas Webel ist seit 2011 Minister für Landesentwicklung und Verkehr in Sachsen-Anhalt. Der CDU-Politiker verrät im Interview mit kfz-versicherung.com, welchen positiven Aspekt Verkehrsteilnehmer den Baustellen dennoch abgewinnen können und bei welchen Projekten er sich mehr Unterstützung des Bundes wünscht.

Staus, Parkplatzmangel, Schilderirrsinn: Viele Autofahrer klagen über Probleme im alltäglichen Straßenverkehr. Wie begegnen Sie ihren Sorgen?

Niemand steht gern im Stau, aber die vielen Baustellen sind für die Verkehrsteilnehmer auch ein gutes Zeichen. Derzeit wird so viel wie noch nie in unsere Infrastruktur investiert. Deutschland hat einiges nachzuholen. Das geht nur, wenn gebaut wird. Bund, Länder und Kommunen müssen dafür sorgen, dass das so schnell wie möglich passiert.

Auf welche Projekte, die in Sachsen-Anhalt in den vergangenen zwölf Monaten angestoßen wurden, sind Sie besonders stolz?

Für uns steht die Fertigstellung der beiden Autobahnen A 14 und A 143 ganz oben auf der Liste. Und da sind wir in den letzten zwölf Monaten ein gutes Stück vorangekommen. Besonders freut mich, dass es keine Klagen von Umweltverbänden gibt. Das zeigt, wie gut unsere Planer gearbeitet haben.

Welche drei Maßnahmen müssen in Zukunft umgesetzt werden, um die noch bestehenden Verkehrsprobleme in Sachsen-Anhalt zu lösen?

Wie gesagt, die beiden Autobahnprojekte. Vor allem der Lückenschluss der A 14 ist für die Menschen im Norden Sachsen-Anhalts ganz wichtig. Wir wollen zudem alle Projekte, die im Bundesverkehrswegeplan prioritär sind, so zügig wie möglich umsetzen. Auf manche Ortsumgehung warten die Menschen seit 25 Jahren oder noch länger.

Und dann müssen wir ein Problem in den Griff bekommen, das seit einiger Zeit für steigende Unfallzahlen sorgt: An den Autobahnen fehlen hunderte Lkw-Stellplätze. Hier wünsche ich mir ein wirksames Sofortprogramm des Bundes. Ich weiß aber auch, dass wir eine Änderung nicht von heute auf morgen erreichen werden. Denn dazu sind die Planungsverfahren in Deutschland zu lang. Auch da müsste der Bund endlich die versprochene Planungsbeschleunigung umsetzen.

Welche Rolle spielen in Ihren Plänen moderne Konzepte wie Carsharing und Elektromobilität?

Das sind Themen, die uns in Sachsen-Anhalt natürlich auch sehr beschäftigen. Wir haben ein klares Konzept für die Entwicklung der Ladesäulen. Jeder Bürger in Sachsen-Anhalt soll innerhalb von 15 Minuten einen Ladepunkt erreichen. Das ist für uns in einem Flächenland eine gute Grundversorgung.

Aber ich sage auch ganz klar: Am Ende wird sich die E-Mobilität nur durchsetzen, wenn die Nutzer auch mitmachen. Und da sehe ich bisher noch eine weitverbreitete Skepsis, die ich verstehen kann.

Wie einverstanden sind Sie mit der Politik Ihres Kollegen auf Bundesebene? Welche Meinungsverschiedenheiten gibt es mit dem Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer?

Wir arbeiten gut zusammen an unserem gemeinsamen Ziel: Deutschlands Infrastruktur weiter verbessern. Das gilt für Straßen genauso wie für Schienen und Wasserstraßen. Davon profitiert Sachsen-Anhalt als Logistikstandort in der Mitte Europas in besonderer Weise. Aber deshalb ist unser Aufgabenheft auch besonders voll.

Sind Sie lieber im ÖPNV oder mit dem eigenen Auto unterwegs?

Beruflich bedingt bin ich natürlich überwiegend mit dem Auto unterwegs – das geht bei 60.000 Kilometern pro Jahr auch kaum anders.

Wie würden Menschen, die regelmäßig bei Ihnen mitfahren, Ihr Fahrverhalten beschreiben?

Vorausschauend und sicher!

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