Sytse Zuidema - NewMotion

„Es ist an der Zeit, dass die Autohersteller ihre Versprechen halten.“

Trotz all ihrer Vorteile sieht sich die Elektromobilität in Deutschland weiter großer Skepsis ausgesetzt. Zu teuer seien Elektroautos, heißt es immer wieder aus Reihen der Experten und Verbraucher. Und selbst wenn der Staat Kaufanreize wie den Umweltbonus schafft, machen die Autofahrer kaum davon Gebrauch.

Seit 2009 arbeitet NewMotion als Hersteller von Ladestationen daran, dass immer mehr Menschen auf Elektrofahrzeuge umsteigen. Sytse Zuidema, seit 2015 CEO des Unternehmens, hat sich zum Ziel gesetzt, die Elektromobilität in Deutschland mehr Fahrt aufnehmen zu lassen. Wie das gelingen soll, erklärt der studierte Maschinenbauer im Interview mit kfz-versicherung.com.

Wie viele Autos werden durchschnittlich an Ihren Säulen pro Tag geladen?

Wir verzeichnen in unserem europäischen Netzwerk über 25.000 Ladesitzungen pro Tag. NewMotion ist deutschlandweit mit eigenen Ladestellen und mit unserem Netzwerk von Ladepartnern vertreten.

Darüber hinaus haben wir Vertriebsbüros in den Niederlanden, Großbritannien, Norwegen und Frankreich, von denen aus wir Ladelösungen in ganz Europa anbieten können. Insgesamt umfasst das NewMotion-Netzwerk über 70.000 öffentliche Ladestellen in 25 europäischen Ländern.

Was müssen Autofahrer beachten, um ihr E-Fahrzeug optimal aufzuladen?

Je mehr Kapazität die Autobatterie hat, desto länger dauert es, sie aufzuladen. Deshalb ist es wichtig, die richtige Ladestation zu wählen, die die richtige Leistung zur Verfügung stellt und mit der sich das Fahrzeug am schnellsten und sichersten aufladen lässt.

Im Allgemeinen gibt es ein paar gute Tipps, um sicherzustellen, dass die Batterie in einem guten Zustand bleibt. Fahrer von E-Autos sollten etwa zu niedrige Batterieladezustände vermeiden, aber den Akku auch nicht maximal aufladen – wie bei einem Mobiltelefon. Das erhält die Lebensdauer des Akkus.

Neben dem Aufladen selbst gibt es viele intelligente Services, die dem E-Autofahrer helfen, einen ganzheitlichen Einblick in seine Ladedaten zu erhalten, wie zum Beispiel verbrauchte Kilowattstunden, CO2-Einsparung, Kosten, und so weiter. NewMotion bietet solche intelligenten Services sowohl für B2B- als auch für B2C-Kunden an, die zum Beispiel ferngesteuerte Ladung oder ein dynamisches Lastmanagement ermöglichen. Letzteres ist nützlich, wenn Sie mehrere Elektroautos gleichzeitig aufladen müssen.

Was muss geschehen, damit E-Mobilität in Deutschland für jedermann praktikabel und erschwinglich wird?

Wir arbeiten daran, die E-Mobilität für jedermann zugänglich zu machen, indem wir unser wachsendes Ladenetzwerk kontinuierlich ausbauen. Ein dichteres Ladepunktnetz ist ein Schlüsselfaktor, um E-Mobilität für jedermann praktikabel zu machen. Je mehr Ladepunkte es gibt, desto mehr Kilometer können Menschen elektrisch fahren.

Darüber hinaus können transparente Tarife dazu beitragen, die Abrechnung für E-Autofahrer zu vereinfachen. Denn der „Tarif-Dschungel“ in Deutschland sorgt für Verwirrung bei vielen E-Autobesitzern. NewMotion und unsere App sind eine Lösung für dieses Problem. Die App gibt einen Überblick über alle Ladepunkte in unserem Netzwerk und zeigt deren jeweiligen Tarif und Status der Ladesäule an. So finden Kunden immer den nächsten passenden Ladepunkt.

Natürlich geht der Ausbau der Ladeinfrastruktur Hand in Hand mit der Massenproduktion und der Auslieferung von erschwinglichen Elektroautos. Viele große Hersteller haben angekündigt, in den kommenden Jahren neue E-Automodelle zu veröffentlichen und haben ihre Visionen für die Zukunft der Mobilität vorgestellt. Jetzt ist es an der Zeit, dass sie ihre Versprechen halten.

Welche Rolle wird der Ausbau der E-Mobilität auf den zukünftigen Verkehr in Deutschland haben?

Die E-Mobilität ist nur ein Teil einer größeren Revolution, die wir derzeit erleben. Auch in den Bereichen Energie und Mobilität sehen wir große Innovationen, die die Zukunft des Verkehrs dramatisch verändern werden. Wir sind stolz darauf, an der Spitze dieser Revolution zu stehen. Für die Zukunft des Verkehrs in Deutschland bedeutet das, dass der Verkehr nicht nur sauberer, sondern auch intelligenter und vernetzter sein wird.

Viele Kommunen sind bereits dabei, durch die Installation von Ladesäulen ein besseres Umfeld für Elektroautos zu schaffen. Um aber auch zukünftige Herausforderungen, wie überlastete Straßen, zunehmendes Verkehrsaufkommen und Luftverschmutzung in Großstädten, zu lösen, müssen die Kommunen neue Infrastrukturkonzepte prüfen und die Elektromobilität attraktiver machen.

Zeigt sich die Politik interessiert an Ihrer Arbeit?

Es gibt durchaus ein Interesse von Lokalbehörden und Kommunalregierungen an dem, was wir tun. Zunehmend versuchen diese, ihre Gemeinden freundlicher für E-Autos zu gestalten. Dies äußert sich unter anderem in mehr Subventionen und Anreizen sowohl für private Fahrer als auch für Unternehmen, um sich E-Autos anzuschaffen. Dies funktioniert in einigen Ländern bereits gut.

Allerdings muss die Politik in Deutschland noch mehr unternehmen, um die Elektromobilität für die Menschen hier attraktiver zu machen. Der derzeit sehr begrenzt erstattete Umweltbonus oder die bisherigen Steuervorteile reichen dafür sicherlich nicht aus. Eine gute Idee ist es, sich von den Niederlanden oder Norwegen inspirieren zu lassen, die in Sachen E-Mobilität fortschrittlicher sind als Deutschland.

Besitzen Sie selbst ein E-Fahrzeug? Welches Fahrzeug fahren Sie privat?

Ich stehe derzeit auf der Warteliste für verschiedene E-Automodelle, auf deren Auslieferung ich schon ungeduldig warte.

Wie würden Menschen, die regelmäßig bei Ihnen mitfahren, Ihr Fahrverhalten beschreiben?

Die meisten Leute würden meinen Fahrstil als „ruhig“ beschreiben. Aber das ist ohnehin die beste Art und Weise, um ein Elektroauto mit maximaler Effizienz zu fahren.

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