Bernd Buchholz - Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus in Schleswig-Holstein

„Wir nehmen richtig Geld in die Hand, um die Infrastruktur wieder in Ordnung zu bringen.“

Nach dem Saarland ist Schleswig-Holstein das zweitkleinste deutsche Flächenland. Die Herausforderungen in puncto Verkehr werden dadurch jedoch nicht weniger. Als Knotenpunkt zwischen Ostsee und Nordsee sowie zwischen Deutschland und Skandinavien spielt das nördlichste Bundesland eine wichtige logistische Rolle.

Seit 2017 ist Dr. Bernd Buchholz (FDP) Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus in Schleswig-Holstein. Der zweifache Familienvater hat sich für seine Amtszeit viel vorgenommen. Im Interview mit kfz-versicherung.com erzählt Buchholz, welche Projekte für ihn Priorität haben und welche Verkehrskonzepte in Schleswig-Holstein besonders gut funktionieren.

Staus, Parkplatzmangel, Schilderirrsinn: Viele Autofahrer klagen über Probleme im alltäglichen Straßenverkehr. Wie wollen Sie ihren Sorgen begegnen?

Gegen Staus gibt es nur ein wirksames Mittel, nämlich die Sanierung der Infrastruktur. Aber das geht natürlich nicht von heute auf morgen, zu lange ist da nichts passiert. Wir tragen jetzt den Sanierungsstau Stück für Stück ab.

Auf welche Projekte, die in Schleswig-Holstein in den vergangenen zwölf Monaten angestoßen wurden, sind Sie besonders stolz?

Ich bin vor allem stolz darauf, dass wir endlich richtig Geld in die Hand nehmen, um die Infrastruktur wieder in Ordnung zu bringen. Das ist überhaupt erstmal die Basis einer vernünftigen Verkehrspolitik.

Spannend sind darüber hinaus Projekte wie der Feldversuch eHighway. Das ist eine Teststrecke für Oberleitungs-Lkw. Für dieses Projekt haben wir gerade den Startschuss gegeben.

Welche drei Maßnahmen müssen in Zukunft umgesetzt werden, um die noch bestehenden Verkehrsprobleme in Schleswig-Holstein zu lösen?

Ich könnte mich jetzt wiederholen: Infrastruktur, Infrastruktur, Infrastruktur. Wichtig sind vor allem unsere großen Verkehrsprojekte, also der Weiterbau der A 20, die Feste Fehmarnbeltquerung samt Hinterlandanbindung und der Ausbau der B 404 zur A 21.

Welche Rolle spielen in Ihren Plänen moderne Konzepte wie Carsharing und Elektromobilität? 

In einem Flächenland wie Schleswig-Holstein ist Carsharing natürlich eine große Herausforderung. Gute und funktionierende Konzepte gibt es derzeit vor allem in der Landeshauptstadt Kiel.

Elektromobilität spielt hingegen eine größere Rolle. Wir haben hier im Norden viele Firmen, die auf dem Feld der Elektromobilität unterwegs sind. Erst kürzlich wurde in Nordfriesland der sogenannte NAF-Bus vorgestellt, der bald als Pilotprojekt auf der Nordseeinsel Sylt unterwegs sein soll.

Wie einverstanden sind Sie mit der Politik Ihres Kollegen auf Bundesebene? Welche Meinungsverschiedenheiten gibt es mit dem Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer?

Es ist etwas zu früh, die Arbeit von Andreas Scheuer seriös zu beurteilen. Allerdings ist schon einmal festzuhalten, dass er die Strukturen für die neue Autobahn-Infrastrukturgesellschaft schnell geschaffen hat.

Ich wünsche mir etwas mehr zeitlichen Druck bei der notwendigen Hochstufung wichtiger Projekte im Bundesverkehrswegeplan und mehr Aufsicht und Einflussnahme als Eigentümer der Deutschen Bahn.

Sind Sie lieber im ÖPNV oder mit dem eigenen Auto unterwegs? Welches Fahrzeug fahren Sie privat?

Ich bin zwangsläufig mehr mit dem PKW unterwegs. Der Dienstwagen ist ein 7er BMW hybrid. Privat habe ich kein Auto mehr, nur noch ein 24 Jahre altes Motorrad BMW R 100 R. Meine Frau und ich teilen uns seit Anfang des Jahres zudem einen E-Roller.

Wie würden Menschen, die regelmäßig bei Ihnen mitfahren, Ihr Fahrverhalten beschreiben?

Sportlich, vorausschauend und mit Gefühl.

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