Andreas Buchholz - Potsdamer Stadtwerke

„Der motorisierte Individualverkehr muss zurückgedrängt werden.“

Die Elektromobilität, kurz E-Mobilität, ist ein vieldiskutiertes Thema in Deutschland. Die Bundesregierung versuchte bisher recht erfolglos, den Verkauf von E-Autos mit dem sogenannten Umweltbonus anzukurbeln. Investitionen in eine breite Infrastruktur, zum Beispiel Ladestationen, lassen dagegen weiter auf sich warten.

Andreas Buchholz ist seit über 20 Jahren bei den Stadtwerken Potsdam beschäftigt und bereits seit 2009 im Bereich der Elektromobilität unterwegs. Welche E-Fahrzeuge sich im Fuhrpark der Stadtwerke Potsdam befinden und welche Probleme diese noch verursachen, verrät er im Interview mit kfz-versicherung.com.

Was sprach dafür, in die E-Mobilität einzusteigen?

In den nächsten zwei bis drei Jahren kommen deutliche höhere Stückzahlen  und eine größere Auswahl an Elektrofahrzeugen zu erschwinglicheren Preisen auf den Markt. Dann müssen wir mit unserer Ladeinfrastruktur sowohl im öffentlichen als auch im privaten und gewerblichen Bereich vorbereitet sein.
Unser Einstieg in die Elektromobilität war eher zaghaft. Das lag unter anderem daran, dass außer von Tesla fast keine Fahrzeuge verfügbar waren. Im Jahr 2010 wurde ein Bus des Verkehrsbetriebs Potsdam auf Elektro umgerüstet. Wir haben dafür Ladesäulen entlang der geplanten Strecke und auf dem Betriebshof errichtet. Dennoch konnte der Bus nicht für einen stabilen Linienbetrieb eingesetzt werden. Wir haben aber noch zwei weitere Ladesäulen installiert. 2011 nahmen wir zwei E-Fahrzeuge, zwei Mitsubishi i-Miev, in den Fuhrpark auf.

Welchen Einfluss wird E-Mobilität auf den Straßenverkehr in den Städten künftig haben?

Dieser wird wesentlich eine Klimaverbesserung in den Städten mit sich bringen. Eine Entlastung des innerstädtischen Verkehrs wird damit jedoch nicht erreicht. Hierfür muss zunächst der motorisierte Individualverkehr zurückgedrängt werden. Um dies zu erreichen, müssen der öffentliche Nahverkehr attraktiver sowie der Individualverkehr etwa über die Reduzierung von Parkflächen eingeschränkt und das Carsharing ausgebaut werden.

Was sind die Vorteile und Nachteile bei der Versicherung eines E-Fahrzeugs?

Verfechter der Elektromobilität fahren sehr vorrausschauend und selten zu schnell. Das wirkt sich einerseits auf die Reichweite aus, andererseits sollten Unfälle dadurch seltener vorkommen. Versicherungen bieten vereinzelt schon günstigere Konditionen als für Autos mit Verbrennungsmotor an. Allerdings sind die Vergünstigungen aktuell noch marginal.

Welche guten und schlechten Erfahrungen haben Ihre Mitarbeiter und Sie mit den bisherigen E-Autos gemacht?

Es gibt nur zwei, sich bedingende schlechte Erfahrungen: Das ist zum einen die aktuelle Reichweite der E-Fahrzeuge, insbesondere im Winter. Zum anderen bringt die noch fehlende großflächige Ladeinfrastruktur Probleme mit sich.

Mit welchen Fahrzeugen sind Sie privat unterwegs?

Das sind ein BMW i3 und der Volvo meiner Frau, den wir für den Urlaub mit unseren Hunden nutzen.

Wie würden Menschen, die regelmäßig bei Ihnen mitfahren, Ihr Fahrverhalten beschreiben?

Sie würden sagen, dass ich schnell an der Ampel bin, aber sonst vorausschauend, sparsam und sehr defensiv fahre.

Welchen Tipp haben Sie für unsere Leser – gerade für die Selbstständigen, die über einen Fuhrpark nachdenken –, die aktuell nach einer passenden Kfz-Versicherung suchen?

Noch sind die Elektroautos recht teuer. Eine Kaskoversicherung sollte daher auf jeden Fall abgeschlossen werden. Auch sollten Abschleppkosten mitversichert werden. Denn ein Elektroauto kann nicht wie alle anderen Fahrzeuge mit dem Seil abgeschleppt werden.

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