Das Kfz-Gutachten

So kommen Autofahrer zu ihrem Recht

Kein Auto- oder Motorradfahrer wünscht sich, in einen Verkehrsunfall verwickelt zu sein, besonders wenn man in diesen unverschuldet gerät. Denn Fahrer müssen sich dann nicht nur mit dem Papierkram für Polizei und Versicherung herumärgern, sondern auch das verunfallte Fahrzeug in die Werkstatt bringen und sich gegebenenfalls sogar an einen Ersatzwagen gewöhnen. Viele Auto- und Motorradfahrer begleitet zudem die Sorge, dass die Versicherung des Unfallverursachers den Schaden nicht in ausreichender Höhe und fair begleicht.

Ein unabhängiges Kfz-Gutachten kann hier für Klarheit sorgen, erklärt Borris Häring von ihr-gutachten.com im Interview. Dieses hält genau fest, welche Schäden dem Unfallopfer und am Unfallwagen entstanden sind. Da haben Tricksereien der gegnerischen Versicherung keine Chance. 

KFZ-Gutachten beim Autounfall

„Keine Einschüchterungsversuche mehr durch gegnerische Versicherungen“

Viele Autofahrer waren schon mal Opfer eines Verkehrsunfalls oder kennen Freunde und Bekannte, die in einen Crash verwickelt waren. Sicherlich hat sich so mancher von ihnen im Nachhinein geärgert, dass sie zu wenig Geld für Beulen und Kratzer erhalten oder den Wertverlust des verunfallten Wagens unterschätzt haben. Abhilfe verspricht Borris Häring von ihr-gutachten.com. Er verrät im Interview, wer einen freien Gutachter konsultieren sollte und wie sich Autofahrer vor Tricks der gegnerischen Versicherung schützen können.

Auf Eurer Website präsentiert Ihr Euch als Kfz-Sachverständige „mit Herz und Schnauze“. Wie helft Ihr Auto- und Motorradfahrern?

„Der wichtigste Service beziehungsweise die Kernkompetenz unseres neunköpfigen Teams liegt im Schadensmanagement für alle Auto- und Motorradfahrer, die unverschuldet einen Unfall mit ihrem Kraftfahrzeug hatten. Natürlich erstellen wir auf Wunsch auch Kurz- sowie Wertgutachten, zum Beispiel für Oldtimer.“

Im Falle eines Unfalls: Wann ist das Hinzuziehen eines Gutachters empfehlenswert?

„Aus meiner Sicht ist es für den Geschädigten immer ratsam, den Schaden von einem Gutachter in Augenschein nehmen zu lassen.“

Gibt es auch Fälle, in denen Unfallbeteiligte verpflichtet sind, einen Gutachter hinzuzuziehen?

„Das ist generell dann der Fall:

• Wenn ich selber einen Unfall verursache, egal ob ich mit einem anderen Fahrzeug zusammenstoße oder gegen eine Laterne oder ein Straßenschild fahre.
• Wenn meine Kaskoversicherung möchte, dass der Schaden nicht nur durch einen Kostenvoranschlag taxiert wird, sondern durch einen Sachverständigen in einem ordentlichen Gutachten ermittelt wird.
• Als Geschädigter ist es in jedem Fall ratsam, einen unabhängigen Gutachter zu kontaktieren.“

Borris Häring im InterviewBorris Häring bietet unabhängige Kfz-Gutachten für Auto- und Motorradfahrer an, die unverschuldet einen Unfall hatten. Er ist unter der 030/265569522 für Sie erreichbar.

ihr-gutachten.com erstellt KFZ-Gutachten
Beim Autounfall hilft ein KFZ-Gutachten

Was könnte schiefgehen, wenn Auto- und Motorradfahrer nach einem Unfall auf einen Gutachter verzichten?

„Es besteht zum einen die Gefahr, dass Unfallopfer auf Geld verzichten, obwohl es ihnen eigentlich zusteht. Viele Autofahrer glauben etwa, dass kein Grund für ein Kfz-Gutachten besteht und der Kostenvoranschlag einer Werkstatt reicht. Das ist aber meist nicht so:

In einem reinen Kostenvoranschlag wird beispielsweise nicht der sogenannte Merkantile Minderwert ermittelt. Darunter versteht man den verminderten Wert eines Fahrzeugs, das durch einen Unfall Schäden erlitten hat. Ohne ein Kfz-Gutachten wird der Ausgleich für diesen Wertverlust deshalb nicht durch die gegnerische Versicherung ausgezahlt. Das können im Extremfall schon ein paar Tausend Euro sein, die Unfallopfern durch die Lappen gehen.

Auch der Nutzungsausfall wird nur in einem ordentlichen Kfz-Gutachten ermittelt. Unter diesem Begriff versteht der Fachmann den finanziellen Schaden, der dem Unfallopfer entsteht, weil das Fahrzeug nicht wie gewohnt zur Verfügung steht.

Ein weiterer Vorteil eines Gutachtens gegenüber einem Kostenvoranschlag ist, dass bei einem wirtschaftlichen Totalschaden der Wiederbeschaffungswert und der Restwert im Gutachten beziffert werden. In einem Kostenvoranschlag ist all dies nicht enthalten.“

Sollte man sich als Unfallopfer immer auch einen Anwalt nehmen?

„Wir erleben immer wieder, dass die Versicherungen versuchen, die Unfallopfer im Vorfeld des Schadensmanagements und auch nachdem das Kfz-Gutachten erstellt wurde zu beeinflussen. Das passiert gerade dann, wenn das Unfallopfer sich das Geld für die Reparatur auszahlen lassen möchte (das nennt man fiktive Abrechnung oder Abrechnung nach Gutachten). Hier kommt es immer wieder vor, dass Versicherungen einfach andere Stundenverrechnungssätze von Werkstätten zugrunde legen, als die, die wir ins Kfz-Gutachten geschrieben haben.

Als Beispiel:
Wir legen einen Aufwand von fünf Arbeitsstunden zu einem Stundensatz von 110 Euro fest, in Summe 550 Euro.
Die Versicherung ihrerseits kürzt das Kfz-Gutachten allein in dieser Position um 150 Euro mit der Begründung, sie könne eine preiswerte Referenzwerkstatt in der Nähe benennen, die für einen Stundensatz von 80 Euro arbeitet.

So etwas trauen sich die Versicherer natürlich viel weniger, wenn man von Anfang an einen Verkehrsrechtsanwalt zur Durchsetzung seiner Ansprüche einschaltet. Und das Beste: Den Anwalt muss die gegnerische Versicherung ebenfalls zahlen.“

Welches Verhalten empfehlt Ihr am Unfallort? Wann sollten Unfallbeteiligte Euch kontaktieren?

„Nachdem die Standardregeln und Prozesse wie Unfallstelle sichern, sich um Verletzte kümmern, Hilfe organisieren, Polizei rufen und so weiter erledigt sind, empfehlen wir Folgendes:

  • Ich empfehle die Unfallsituation im Ganzen, am besten aus verschiedenen Blickwinkeln (zum Beispiel mit dem Smartphone) zu fotografieren.
  • Ich würde Einzelfotos aller am Unfall beteiligten Fahrzeuge in der Totalen sowie Detailfotos der Schäden machen. Die Bilder sollten die Unfallopfer sowohl von ihrem eigenen Fahrzeug machen als auch von dem Schädigerfahrzeug.

Hier sind einige Beispielaufnahmen, die nach einem Unfall den Unfallhergang sehr gut dokumentieren.“

Achtung: Eine recht neue Masche ist, dass Fahranfängern (weniger als zwölf Monate im Besitz eines Führerscheins), die Unfallopfer sind, gedroht wird, sie bekämen aufgrund ihrer mangelnden Fahrpraxis höchstwahrscheinlich eine Teilschuld zugesprochen! Auch sehr perfide ist die Argumentation der Versicherungen, dass der Geschädigte bei Fahrzeugen, die älter als zehn Jahre sind, gar keinen Anspruch auf ein Kfz-Gutachten hat.

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Tipp: Machen Sie, wenn es Ihnen möglich ist, noch aus Ihrem Fahrzeug heraus ein Foto, bei dem man den Fahrer des Verursacherfahrzeugs hinter dem Steuer sitzen sieht. Denn wir und unsere Kunden haben schon erlebt, dass entweder der Beifahrer später gesagt hat, er sei gefahren (gerade bei Alkohol oder Drogenkonsum), oder – das war allerdings ein außergewöhnlich krasser Fall – der Fahrer bis zum Eintreffen der Polizei einen Bekannten per Telefon herbeigerufen hatte, der dann als Beifahrer und Zeuge gegen unseren Kunden aussagte.

Was genau passiert, nachdem Unfallbeteiligte sich an Euch wenden?

„Sobald sich ein Geschädigter an uns wendet, machen wir einen Termin mit ihm aus. Einer unserer Mitarbeiter fährt dann zum Kundenfahrzeug. Vor Ort werden Fotos vom Unfallschaden gemacht und alle nötigen Daten abgefragt. Bei diesem Treffen wird auch entschieden, ob das Fahrzeug zum Beispiel auf eine Hebebühne muss, um es sich von unten anzuschauen. Das ist manchmal nötig um zu prüfen, ob Teile in einer Werkstatt abgebaut oder eine Achsvermessung beauftragt werden müssen.

Nachdem wir alle Bilder und Unterlagen gesammelt haben, erstellen wir das Kfz-Gutachten.

Das Kfz-Gutachten umfasst:
• Reparaturkosten (inklusive Nennung von Arbeits- und Ersatzteilkosten)
• Bilddokumentation des gesamten Fahrzeugs und der Schäden
• Beschreibung des Fahrzeugs (Optik, Technik)
• Erfassen von Serien- und Sonderausstattung sowie Umbauten und Anbauten
• Dokumentation aller Vorschäden
• Ermittlung der Wertminderung
• Ermittlung des Nutzungsausfalls
• Stellungnahme zur Verkehrssicherheit und Fahrtüchtigkeit des Fahrzeugs
• Risikobenennung bezüglich erweiterter Reparaturkosten
Das fertige Kfz-Gutachten schicken wir dann sowohl an den Kunden als auch an die gegnerische Versicherung beziehungsweise an den Fachanwalt für Verkehrsrecht, wenn der Kunde einen eingeschaltet hat.

Im Optimalfall zahlt die Versicherung den von uns kalkulierten Betrag innerhalb von zwei Wochen aus oder erteilt eine Zusage zur Übernahme der Reparaturkosten, damit die Werkstatt anfangen kann, den Schaden zu beheben.“

Mit welchen Kosten müssen Auto- und Motorradfahrer rechnen, wenn sie einen Gutachter beauftragen? Welchen Einfluss hat die Schuldfrage auf die Kosten?

„Im Falle eines selbstverschuldeten Unfalls wird – wie bei Frage drei erwähnt – die eigene Kaskoversicherung eine Partnerwerkstatt oder einen Gutachter vorbeischicken. Bei einem freien Gutachter unterschreibt der Geschädigte neben der Auftragserteilung an den Gutachter auch eine Abtretungserklärung, durch die der Gutachter sich seine Rechnung von der gegnerischen Versicherung zahlen lassen kann.“

Ihr habt jahrelange Erfahrung mit Unfällen. Welche typischen Fragen und Unsicherheiten begegnen Euch von Auto- und Motorradfahrern?

„Wir hören immer wieder und gerade in letzter Zeit von – man muss es so nennen – Einschüchterungsversuchen seitens der Versicherungen. Gerade die Großen der Versicherungswirtschaft fahren die Strategie „Zuckerbrot und Peitsche“. Das Unfallopfer wird teilweise schon kurz nach dem Unfall von der Versicherung angerufen, um ihm eine sofortige Reparaturfreigabe sowie ein Mietfahrzeug zu versprechen. Im nächsten Satz ist dann aber schon Schluss mit der Freundlichkeit und sie drohen, dass man auf den Kosten sitzen bleiben könnte, wenn man sich einen freien Gutachter sucht.

Ein weiterer Trick ist, die Bearbeitung beziehungsweise die Regulierung der Schäden hinauszuzögern. Denn jeder Tag, an dem die Versicherung das Geld noch nicht zahlt, bringt Zinsen für das Unternehmen. Wir empfehlen unseren Kunden deshalb immer spätestens drei Tage, nachdem wir die Unterlagen zur Versicherung geschickt haben, bei dem zuständigen Mitarbeiter anzurufen um nachzufragen, ob alle Unterlagen angekommen sind und wie der aktuelle Sachstand ist.

Es kommt leider auch oft vor, dass Versicherungen behaupten, nur einen Kostenvoranschlag zu bezahlen, aber auf keinen Fall ein Kfz-Gutachten.
Das ist aber so nicht ganz richtig: Ein Kostenvoranschlag wird immer dann erstellt, wenn der Schaden unterhalb der Bagatellschadensgrenze liegt, das sind ungefähr 700 Euro. Ein Kfz-Gutachten würde im Falle eines solch geringen Schadens dann tatsächlich Geld für das Unfallopfer kosten.

Da für Laien jedoch nur selten ersichtlich ist, ob der Schaden unter oder über dieser Grenze liegt, bieten wir unseren Kunden einen besonderen Deal an. Wir untersuchen für unsere verunsicherten Kunden das Fahrzeug, nehmen den Schaden ordentlich auf und kalkulieren die Kosten durch. Sollten wir eine Schadensumme von unter 700 Euro feststellen, dann rechnen wir bei der Versicherung nur einen Kostenvoranschlag ab und stellen unseren Kunden nichts weiter in Rechnung.“


Vielen Dank, Borris Häring, für das Interview.

Achtung Bagatellgrenze! Lassen Sie sich nicht um den Finger wickeln, sondern bestehen Sie auf ein unabhängiges Kfz-Gutachten.Vor allem ein paar der großen Versicherungen erhöhen die Bagatellschadensgrenze am Telefon eigenmächtig auf 2.000 Euro, unter der angeblich kein Kfz-Gutachten durch sie bezahlt wird. Das ist aber nicht richtig! 

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